Bauherrenberater/in: Torsten Matthäus

Veröffentlichungen

Neue Fenster helfen Heizkosten sparen
(Expertenrat –Modernisierung 02/08, Matthäus)

Ist die Heizkostenabrechnung sehr hoch, wird die Schuld oft auf die alten Fenster geschoben und ein Austausch in Erwägung gezogen. Doch einer sinnvollen und effizienten Sanierung sollte immer eine energetische Untersuchung des Hauses in seiner Gesamtheit zugrunde liegen.
Erfahrungsgemäß treten zwar die größten Wärmeverluste beim Ein- oder Mehrfamilienhaus an Dach, Außenwänden und allen Tür- und Fensteröffnungen auf.
Um aber die Ursachen im speziellen Fall aufzuspüren und Abhilfe zu schaffen, bedarf es der Kompetenz von Fachleuten, über die unter anderen die unabhängigen Bauherren- und sachverständigen Energieberater des Bauherren-Schutzbundes verfügen. Sie können mit Hilfe eines Modernisierungs-Checks die Schwachstellen analysieren.

Im Doppelpack
Einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Energiebilanz leisten zweifellos bauliche Maßnahmen, die Wärmedämmung und Austausch der Fenster einschließen. Der Ersatz alter durch neue wärmeisolierte Fenster beeinflusst den Energieverbrauch entscheidend, weil die Fläche der Tür- und Fensteröffnungen im Verhältnis zur gesamten Außenhülle bis zu 30 Prozent eines Hauses ausmacht. Unter Einbeziehung der Dämmung von Fassade und Dach kann die Heizkostenreduzierung bis zu 50 Prozent betragen. Außerdem steigt mit zunehmendem Wärmedämmwert auch die Oberflächentemperatur der Innenbauteile (Scheiben und Außenwandseiten) im Winter, was zu einer verbesserten Wohnqualität führt.

Als Fahrplan für eine Fensterinstandsetzung empfiehlt sich: 

  • Überblick verschaffen, was in welcher Qualität saniert werden soll
    Finanzierung sicherstellen
  • Mindestens drei Angebote je Auftragsvergabe einholen und auswerten
  • Überwachung der Baumaßnahmen durch unabhängigen Berater
  • Rechtsverbindliche Abnahme der Leistung.

Richtige Montage
Egal, ob im Alt- oder Neubau, die Fenster- und Türenelemente sind in die Fassade  schlagregendicht und zu den Wohnräumen hin dampfdicht zu montieren. Die Hohlräume zwischen der Wand und dem Fensterrahmen müssen mit wärmedämmenden Materialien ausgefüllt werden, um Wärmebrücken und einen möglichen Schimmeleffekt auszuschließen. Die Verankerung der Elemente sollte in vorgeschriebenen Abständen und mit dem dafür zugelassenen Befestigungsmittel erfolgen (materialabhängig). Auch der ordnungsgemäße Einbau der Fensterbänke  hilft Folgeschäden vermeiden.


Feuchten Keller lüften oder sanieren?
(Expertenrat – Modernisierung 01/08, Matthäus)

Typische Anzeichen von Feuchtigkeit im Keller sind Modergeruch, Abblättern der Farbe oder Schimmel an Wand oder Fußboden. Ursache können Bauschäden, aber auch falsches Wohnverhalten bei der Nutzung der Räume sein.
Nicht immer werden Feuchtigkeitsschäden durch Mängel an Gebäuden verursacht. Sie können auch durch falsches Wohnverhalten entstehen. Dazu gehört zum Beispiel, dass feuchte Kellerwände durch unkontrolliertes Lüften „getrocknet“ werden. Gerade im Sommer wird dadurch der Schaden eher vergrößert, weil die warme Luft von außen viel Wasser mit sich führt. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit der Warmluft verkehrt sich die Wirkung der Lüftung ins Gegenteil. Deshalb empfiehlt sich möglichst drei Mal am Tag eine Stoßlüftung. Besonders wirkungsvoll ist sie im Winter bei kalter trockener Luft. Dann nämlich wird die feuchte Kellerluft am zuverlässigsten nach außen transportiert.
Stellt sich aber ein Mangel am Gebäude heraus, sollte auf eine Expertise nicht verzichtet werden. Bevor überhaupt eine Sanierung begonnen wird, müssen die Ursachen klar sein. Ohne deren genaue Kenntnis sind kostenintensive Abdichtungsmaßnahmen an den Wänden wenig sinnvoll. Geld spart, wer gründliche Ursachenforschung betreibt.

Trockener Keller sorgt für Wohnbehagen
Die Feuchtigkeit im Keller fördert das Wachstum von Schimmelpilzen. Zugleich kann länger einwirkendes Wasser Ausblühungen an den Wänden hervorrufen. Die Ursache dafür sind im Mauerwerk vorhandene lösliche Salze, die zusätzlich Wasser anziehen. Nimmt die Feuchtigkeit des Mauerwerks zu, sinkt seine wärmedämmende Wirkung. Durch Mauerwerksfeuchte werden Wandtemperatur, Feuchtigkeitsgehalt und Temperatur der Raumluft nicht nur im Keller wesentlich beeinflusst. Denn dabei handelt es sich um die wichtigsten Parameter für ein behagliches Raumklima und die Wohnhygiene.
Bei Feuchtigkeitsschäden ist deshalb immer eine unabhängige und fachliche Beratung zu empfehlen, um Aufwand und Nutzen miteinander in Einklang zu bringen. Werden die Zusammenhänge von Nichtfachleuten verkannt, bleibt der Erfolg in meisten Fällen aus.


Modernisieren hilft Geld sparen
Potenziale bei Alt- und Neubauten vorhanden / Wichtiges zu beachten

Die Energiepreise steigen in Schwindel erregende Höhen. Immer mehr Verbraucher wollen  ihren Heizenergieverbrauch und damit auch ihre Ausgaben  senken.   Große Potenziale zur Kostensenkung bietet die Modernisierung der eigenen vier Wände. Ganz gleich ob Neu- oder Altbau: Fehlende und nicht ausreichende Dämmung, schlechte Fenster und Wärmebrücken in der Außenhülle sorgen dafür, dass  „für die Straße“ geheizt wird.
Doch wie gelingt die Modernisierung richtig und mit dem gewünschten Effekt? Dipl.-Ing. Torsten Matthäus, als unabhängiger Bauherrenberater für den gemeinnützigen Bauherrenschutzbund (BSB) in Rostock tätig, gibt Tipps.

Herr Matthäus, was muss denn getan werden, um im eigenen Heim eine sinnvolle Sanierung vorzunehmen?
Gerade bei älteren Bestandsbauten ist die Einschätzung der entstehenden Kosten oft schwierig. Sanierungs- und Modernisierungswillige sollten daher im Vorfeld der Baumaßnahmen unabhängigen Expertenrat in Anspruch nehmen. Der Bauherren-Schutzbund (BSB) bietet mit seinem „Modernisierungs-Check“ heute den derzeit umfangreichsten unabhängigen Service zur Bedarfs- und Kosteneinschätzung zum Bauen im Bestand.

Wie entsteht eine solide Finanzierung?
Zunächst wird die individuelle Zielsetzung des Bauherren besprochen, das Budget überprüft und ein Prioritätenkatalog erstellt. Der Fachmann schätzt die Gebäudesubstanz  detailliert ein und zieht gegebenenfalls Spezialisten hinzu. Auf dieser Basis entwickelt er eine Kostenschätzung und fasst die Ergebnisse in einer ausführlichen Dokumentation zusammen. Diese bilden die Grundlage für den  Finanzierungsplan, den z. B.  ein unabhängiger Finanzierungsberater erstellt.

Welche Fehler machen Bauherren am häufigsten?
Bauherren suchen oft zu spät fachkundigen Rat ! Bauverträge werden oft ohne gründliche Prüfung unterzeichnet und zusätzliche Bauleistungen  während der Maßnahme ohne weitere Prüfung beauftragt. Zudem der wird die Bauausführung zu wenig kontrolliert und Baumängel nicht gerügt. Hier sollten Bauherren ihre Rechte einfordern und aktiver werden.

Was sollte vor der Auftragsvergabe beachtet werden?
Mindestens drei Angebote sollten einer Auftragsvergabe zu Grunde gelegt werden. Zu einem umfassenden Hausangebot gehören ein detailliertes Preisangebot unter Berücksichtigung von Sonderwünschen und Gutschriften für Eigenleistungen, Grundrisse mit Bemaßung und Angaben zur Wohnfläche, die komplette Bau- und Leistungsbeschreibung, der Entwurf des Bauvertrages mit Zahlungsplan und allen Zusatzvereinbarungen, eine Referenzliste der Firma, Informationen zum Service und zur Bindefrist des Angebotes.

Warum ist eine unabhängige Bauüberwachung so wichtig?
In jeder Phase des Bauprojekts können sich Fehler einschleichen. Eine wesentliche Fehlerquelle ist die mangelnde  Koordination der einzelnen Gewerke. Da die Kosten für unabhängige Beratung und die baubegleitende Qualitätskontrolle gegenüber möglichen Kosten für Nachbesserung, Zusatzleistungen und Rechtsstreitigkeiten vergleichsweise gering sind, empfiehlt sich eine unabhängige Beratung schon vor Vertragsabschluss – erst recht während der gesamten Bauphase bis hin zur Bauabnahme. Eine Grundberatung durch einen unabhängigen Bauberater des BSB  erhalten Mitglieder des Vereins kostenlos.

Worauf kommt es bei der Abnahme der Bauleistungen  an?
Mit der Abnahme erfolgt die Übergabe des Bauwerks an den Bauherren, dieser erkennt es damit als im Wesentlichen vertragsgerecht an. Durch die Abnahme erlischt der Erfüllungsanspruch gegenüber dem Bauunternehmer. Es entstehen Gewährleistungsansprüche und die Gewährleistungszeit beginnt.

Erster Fehler:  Abnahme ohne Sachverständigen. Nur er hat die Sachkompetenz und kann ein- schätzen, ob das Bauwerk entsprechend der vertraglich geschuldeten Leistungsbeschreibung mangelfrei erbracht wurde.
Zweiter Fehler: Zwischenabnahmen. Von Teilabnahmen einzelner Gewerke ist dringend abzuraten, da vom Zeitpunkt der Abnahme an die Gewährleistungszeit beginnt. So können Bauherren schnell rechtliche Nachteile entstehen.
Dritter Fehler: unvorbereitete Abnahme. Die Abnahme braucht gewissenhafte Vorbereitung. Vor dem avisierten Termin sollte mit einem Sachverständigen eine Begehung durchgeführt werden, um Mängel zu dokumentieren. Bei der Abnahme sollte dann ein detailliertes Mängelprotokoll vorliegen.
Vierter Fehler: fehlende Dokumentation. Ein Abnahmeprotokoll gehört dazu, es muss enthalten: Datum und Teilnehmer der Abnahme, Auflistung der Mängel, Vorbehalt der Ansprüche und gegebenenfalls der vereinbarten Vertragsstrafe sowie die Unterschrift aller Beteiligten. 

Warum sind technische Nachweise nach der Fertigstellung so wichtig?
Bauherren sollten nicht nur darauf vertrauen, dass ihr Bauunternehmen die in der Bau- und Leistungsbeschreibung aufgeführten Markenprodukte und Materialien verwendet, sondern sich das schwarz auf weiß nachweisen lassen.  Dokumente wie Garantieurkunden für die Haustechnik, Bestandszeichnungen der technischen Gebäudeausrüstung, Nachweise über die Unbedenklichkeit von Baustoffen sowie Zertifikate für die verwendeten Materialien und technischen Systeme sollten sie abfordern. Damit sichern sie sich auch im Streitfall ihr Recht auf mängelfreie Ausführung sämtlicher Leistungen.

Wie kann man Baumängel rechtzeitig erkennen?
Das ist nur möglich, wenn der Bauherr unabhängige und fachkompetente Bauexperten an seiner Seite hat. Die „Baubegleitende Qualitätskontrolle“ des BSB hilft wirkungsvoll, die fachgerechte Ausführung der Leistungen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu kontrollieren, Baumängel rechtzeitig zu erkennen und ihre Beseitigung einzufordern sowie die Einhaltung der Bauzeit zu kontrollieren.

Wie werden Eigenleistungen richtig eingeschätzt?
Die Eigenleistungen müssen abgestimmt sein und im Bauvertrag und -ablauf berücksichtigt werden. Die Gewährleistungsansprüche zu beteiligten Gewerken müssen rechtlich einwandfrei getrennt und abgesichert sein. Vorsicht,  es droht der Verlust der Gewährleistung für den Bauherren ! Es sollten nur Eigenleistungen eingeplant werden, die keine Bauvorschriften und Regelwerke als Voraussetzung beinhalten, etwa bei der Elektroinstallation.

NNNplus-07.2008

HRO live-09.2008

Bauidee-06.2008